Wie kann ich unsere Umwelt Schützen?
Umweltschutz ist vielfach verbunden mit der Annahme, strikte Bestimmungen zielten darauf ab, das Leben einer jeden einzelnen Person zu beschneiden, um bedrohte Arten zu schützen. Dies ist natürlich nicht so. Obwohl es Maßnahmen gibt, die einen direkten Einfluss auf unser Leben haben, findet ein Großteil der Umweltschutzinitiativen im kleinen Rahmen statt - entweder als Verbund Gleichgesinnter, oder aber im privaten, häuslichen Umfeld. Und es ist insbesondere dieses Umfeld, welches für den Schutz der Umwelt, also den Schutz von Tier- und Pflanzenarten, eine maßgebliche Wichtigkeit einnimmt.
Denn Umweltschutz beginnt im Kleinen.
Warum Zigarettenkippen nichts in der Natur zu suchen haben
Hintergrundinformationen
Es wird geschätzt, dass ca. 23-28% der Bevölkerung in Deutschland rauchen und insgesamt 106 Milliarden Zigaretten pro Jahr konsumieren. Wie Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass bis zu 2/3 der Zigaretten nicht fachgerecht entsorgt, sondern in die Natur geschmissen werden. An der Ostsee alleine bestehen über 53% des Mülls aus Zigarettenstummeln.
Sollten diese Zahlen zutreffen - es gibt keine präzise Methode, um Zigarettenstummel zu zählen -, würde dies 14-21 tausend Tonnen Abfall oder bis zu 17 olympischen Schwimmbecken entsprechen. Um Parks und Straßen von Zigarettenkippen zu befreien, geben Städte und Kommunen jährlich mehr als 225 Millionen Euro aus, wie der Verband Kommunaler Unternehmen e.V. (VKU) 2020 errechnet hat. In Kombination mit anderem Einwegplastik, z.B. To-Go-Bechern, belaufen sich diese Kosten jährlich auf rund 700 Millionen Euro.
Anders als oft vermutet, bestehen Zigarettenfilter trotz ihrer Weichheit nicht aus Watte, sondern aus einem nicht biologisch abbaubarem Kunststoff, Celluloseacetat, welcher zwar langfristig zerfällt, aber als Mikroplastik weiter fortbesteht und in die Ökosysteme eindringt. Und dieses Mikroplastik landet schlussendlich wieder bei uns Menschen.
Überdies verwechseln Tiere Zigarettenstummel oft mit Nahrung, nehmen diese auf und sterben an Verstopfungen im Verdauungsapparat. Durch die in Zigaretten und Zigarettenstummeln enthaltenen Giftstoffe, werden viele Tierarten langfristig beeinflusst: Wasservögel und Fische, Kleinsäuger, wie Igel oder Eichhörnchen, und Insekten und Bodenorganismen leiden merklich unter den negativen Auswirkungen dieser unterschiedlichen Umweltgifte.
Umwelttipps:
- Kippen sind Plastikmüll und müssen entsprechend entsorgt werden
- Wenn Sie im Wald, in Parks oder auf der Straße rauchen, nutzen sie vorhandene Mülleimer oder besorgen Sie sich einen Taschen-Aschenbecher
- Tun sie der Natur, der Gemeinde und schlussendlich auch sich selber etwas Gutes und nehmen sie an kommunalen Müllsammelaktionen teil
- Sammeln Sie beim Gassi- oder Spazierengehen etwas Müll auf
Stellen Sie sich immer die Frage: Würden Sie ein Glas Wasser mit Zigarettenstummeln trinken?
Videodienste für die Dauer des Besuches erlaubenVideodienste erlaubenVideodienste nicht weiter zulassen Die Vorteile grüner und naturnaher Gärten
Hintergrundinformationen
Insbesondere in den 2010er Jahren hat sich der Trend zum vermeintlich pflegeleichten und aufgeräumten 'Schottergarten' durchgesetzt. Als Schottergarten wird eine Gartenfläche bezeichnet, die hauptsächlich mit Steinen, meist Schotter oder Kies, bedeckt ist. Der Boden wird oft mit einer Folie versiegelt, um das Wachstum von Pflanzen aus dem Untergrund zu verhindern. Die Bepflanzung beschränkt sich in der Regel auf wenige, oft immergrüne Formgehölze. Diese Art von Gärten wurde als günstig und besonders pflegeleicht angesehen, weshalb sie sich vielerorts durchsetzten.
Ein Schottergarten ist jedoch alles andere als pflegeleicht. Laub und Staub setzen sich zwischen den Steinen ab, und nach einigen Jahren wachsen trotz aller Bemühungen Moose und Unkraut, die sich nur mühsam entfernen lassen – oft nur mit Maschinen, Brennern oder chemischen Mitteln. Dadurch kann ein einst ordentlich wirkender Garten schnell ungepflegt aussehen. Auch ökologisch und finanziell sind Schottergärten problematisch. Ihre Herstellung verursacht hohe CO₂-Emissionen, da sowohl die Materialgewinnung als auch der Transport energieintensiv sind. Zudem sind die Anschaffungskosten nicht zu unterschätzen.
Für das Kleinklima sind Schotterflächen eine Belastung. Im Sommer speichern sie Hitze und geben diese auch nachts noch ab, was die Umgebung zusätzlich aufheizt. Bei Starkregen kann das Wasser nicht versickern, sondern fließt unkontrolliert in die Kanalisation und erhöht das Risiko für Überschwemmungen und vollgelaufene Keller. Der Boden leidet ebenfalls unter einem Schottergarten und die meist darunterliegende Folie verhindert Wasseraufnahme und Belüftung, wodurch der Boden austrocknet und unfruchtbar wird. Das Gewicht der Steine verdichtet ihn zusätzlich, wodurch jegliches Bodenleben erstickt und die Fläche praktisch versiegelt wird.
Nach §9 (2) der Niedersächsischen Bauordnung sind Schottergärten verboten und es drohen bei Missachtung Bußgelder. Besitzer*innen von Schottergärten wird somit dringlichst empfohlen, Rückbau- bzw. Begrünungsmaßnahmen vorzunehmen. Hier ist nicht entscheidend, welche Pflanzen gepflanzt werden, jedoch, dass überhaupt eine Begrünung stattfindet, die nicht aus immergrünen Formgehölzen besteht.
Ein begrünter Garten bringt zahlreiche Vorteile für das Wohnumfeld und die Umwelt. Pflanzen tragen zu einem angenehmeren Klima bei, indem sie die Luft an heißen Tagen kühlen und den Boden feucht halten. Dadurch heizen sich Grundstücke weniger auf, und die Umgebung bleibt angenehmer. Gleichzeitig bleibt der Boden lebendig, kann Wasser aufnehmen und speichern, was nicht nur Überschwemmungen vorbeugt, sondern auch das Mikroklima verbessert.
Zusätzlich verbessert ein grüner Garten die Luftqualität, da Pflanzen Feinstaub aus der Luft filtern und Sauerstoff produzieren. Auch für die Tierwelt ist eine naturnahe Gestaltung ein Gewinn: Blühende Pflanzen bieten Schmetterlingen, Bienen und anderen Insekten Nahrung und Lebensraum. Vögel profitieren davon, weil sie dort Samen und Insekten als Nahrung finden.
Darüber hinaus steigert ein grüner Garten die Lebensqualität. Die Farben und Düfte von Blumen und Pflanzen schaffen eine angenehme Atmosphäre und machen den Außenbereich mit den Jahren immer schöner. Entgegen vieler Annahmen ist ein bepflanzter Garten nicht besonders pflegeintensiv – ein gut eingewachsener Staudengarten benötigt auf Dauer sogar weniger Arbeit als ein Schottergarten, weil unerwünschte Wildkräuter weniger Platz finden. Und das Beste: Chemische Mittel sind überflüssig. Ein grüner Garten ist also nicht nur optisch und ökologisch wertvoll, sondern auch praktisch und nachhaltig.
Umwelttipps
- Entfernen Sie die Folie, um den Boden wieder atmen zu lassen und das natürliche Bodenleben zu fördern.
- Lockern Sie den Boden und reichern Sie ihn mit Kompost oder Sand an, damit er Wasser speichern und Pflanzen besser wachsen können.
- Nutzen Sie den Schotter sinnvoll, indem Sie ihn als Steinhaufen für Eidechsen und Insekten oder in eine Kräuterspirale integrieren.
- Säen Sie Wildblumen aus, um Bienen, Schmetterlingen und Vögeln wertvollen Lebensraum zu bieten.
- Setzen Sie pflegeleichte Pflanzen, wie Lavendel, Katzenminze oder Bodendecker, um Wildkrautwuchs zu verhindern und den Garten lebendig zu gestalten.
- Teilen Sie Ihr Wissen, indem Sie Nachbarn inspirieren und zeigen, dass ein grüner Garten nicht nur schön, sondern auch nachhaltig ist.
Ein Schottergarten ist eine ökologische Sackgasse – dort, wo nichts wächst, kann auch nichts leben, während ein begrünter Garten Lebensraum schafft, der Artenvielfalt fördert und das Klima positiv beeinflusst.
Videodienste für die Dauer des Besuches erlaubenVideodienste erlaubenVideodienste nicht weiter zulassen Blühende Gärten als Lebensraum für Insekten
Hintergrundinformationen
In Deutschland ist zwischen 1989 und 2014 die Biomasse von fliegenden Insekten drastisch zurückgegangen: um über 75% - ein Trend, der sich auch global zeigt. Insbesondere Schmetterlinge und Hautflügler, also Ameisen, Wespen und Bienen, sind von diesem Rückgang betroffen. Obwohl viele Menschen Insekten als Plagegeister ansehen, stellen sie dennoch eine elementare Säule für unsere Ökosysteme, die ohne Insekten massiv an Artenvielfalt verlieren würden. Außerdem sind mehr als 85% aller Pflanzenarten, die zentral für die weltweite Ernährung sind, abhängig von Bestäubung. Der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) fand in einer weltweiten Studie, dass der Wert von von Insekten bestäubten Ernten zwischen 235 und 577 Milliarden US Dollar (also 210 und 517 Euro) liegt. In Deutschland wird der Beitrag der Bestäubung mit ca. 1.6 Milliarden Euro beziffert. Mit anderen Worten: sollte es irgendwann keine Insekten mehr geben, müssten die Blüten per Hand bestäubt werden, was dazu führen würde, dass weltweit Millionen Menschen an Mangelernährung sterben und immense wirtschaftliche Schäden entstehen würden. Natürlich nicht zu sprechen von den massivsten Schäden für die weltweiten Ökosysteme.
Die Gründe für das Insektensterben sind vielfältig, aber insbesondere Überdüngung und der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft haben zu diesem Problem beigetragen. Ein besonders problematisches Pestizid ist Glyphosat, das als Totalherbizid sämtliche Wildpflanzen vernichtet. Dadurch gehen Nahrungsquellen und Lebensräume für Insekten verloren, was sich negativ auf das gesamte Ökosystem auswirkt. Zudem schädigt Glyphosat viele Nützlinge wie Bodenorganismen, Amphibien und Spinnen und gelangt in Gewässer, wo es langfristige Schäden an Wasserlebewesen verursacht.
Allerdings wirkt sich auch die Verbreitung von Monokulturen negativ auf Insektenbestände aus. Der Mangel an Kräutern, Blühpflanzen, Hecken oder Randstreifen auf den Feldern führt dazu, dass Insekten nicht mehr genug Nahrung und keinen Lebensraum mehr finden. Gepaart mit einem vom Klimawandel durcheinander gebrachten Biorhythmus, der viele Pflanzen eher blühen lässt, schwinden Nahrungsquellen: So ist zum Beispiel die Winterpause von Schmetterlingen maßgeblich von der Tageslänge abhängig. Sind allerdings dann schon ihre Nahrungspflanzen verblüht, ist diese Nahrungsquelle versiegt. Neben diesen ökologischen Veränderungen spielt auch die infrastrukturelle Veränderung eine wesentliche Rolle. Durch Bauprojekte, die sich durch wesentliche Lebensräume ziehen und Böden versiegeln, schwinden Bereiche, die vielen Insekten als Lebensraum dienen.
Das Aktionsprogramm Insektenschutz der Bundesregierung fördert Maßnahmen zum Erhalt von Insektenlebensräumen wie Gewässer, Wiesen und Hecken. Forschende fordern zudem eine drastische Reduzierung von Pestiziden und eine umweltfreundlichere Landwirtschaft. Auch Privatgärten spielen eine wichtige Rolle: Mit heimischen Pflanzen, Wildblumenwiesen und pestizidfreiem Gärtnern können sie wertvolle Rückzugsorte für Insekten bieten. Angesichts des Insektensterbens ist es entscheidend, dass nicht nur Schutzgebiete, sondern auch Gärten in Städten und Dörfern insektenfreundlich gestaltet werden.
Umwelttipps:
- Setzen Sie heimische Pflanzen, da einheimische Blumen und Sträucher mit ungefüllten Blüten wertvolle Nahrung für Insekten bieten
- Schaffen Sie ein ganzjähriges Blütenangebot, um von Frühling bis Herbst eine kontinuierliche Nahrungsquelle bereitzustellen
- Verzichten Sie auf Pestizide und Dünger, da chemische Pflanzenschutzmittel und Mineraldünger Insekten schaden
- Lassen Sie wilde Ecken und Totholz stehen, um Unterschlupf mit alten Stängeln, Laubhaufen oder Holz zu bieten
- Stellen Sie Wasserstellen bereit, indem Sie eine flache Wasserschale mit Steinen oder einen fischfreien Teich anlegen
- Nutzen Sie insektenfreundliche Beleuchtung, indem Sie warmweiße LED-Leuchten mit Bewegungsmeldern verwenden, um nachtaktive Insekten nicht zu stören
Jeder insektenfreundliche Garten ist ein wertvoller Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt, von dem auch Sie profitieren.
Videodienste für die Dauer des Besuches erlaubenVideodienste erlaubenVideodienste nicht weiter zulassen Igel schützen und ihren Lebensraum bewahren
Hintergrundinformationen
Der Europäische Igel (Erinaceus europaeus) ist ein nachtaktives Säugetier, das vor allem in Wäldern, Gärten und Heckenlandschaften in Europa verbreitet ist. Mit seinem stacheligen Rücken, seiner Vorliebe für Insekten und seiner Fähigkeit, sich zu einer kugeligen Verteidigungsposition einzurollen, ist er eine bekannte und beliebte Erscheinung. Doch trotz seiner Anpassungsfähigkeit befindet sich der Igel zunehmend unter Druck. Seit Oktober 2024 wird er von der Weltnaturschutzorganisation (IUCN) als „Near Threatened“ (potenziell gefährdet) auf der Roten Liste geführt – ein klares Zeichen, dass sein Fortbestand nicht mehr gesichert ist.
Unterschiedliche Gründe haben dazu geführt, dass die Bestände des Igels europaweit rückläufig sind. So hat die intensive Landwirtschaft der letzten Jahrzehnte dazu geführt, dass die Lebensräume des Igels kontinuierlich kleiner geworden sind. Der Rückgang von Hecken und anderen ökologisch wichtigen Landschaften sowie die ständige Vergrößerung von Feldern und Äckern haben wichtige Nist- und Nahrungsflächen für den Igel verschwinden lassen. Aus diesem Grunde findet man heutzutage bis zu neunmal mehr Igel in der Stadt als im ländlichen Raum, da sie in naturnahen Parks Nahrungs- und Nistmöglichkeiten finden.
Eine der größten Bedrohungen für den Igel ist jedoch der Straßenverkehr. Die Deutsche Wildtierstiftung (DWS) vermutet, dass jährlich rund 500.000 Igel auf deutschen Straßen sterben. Straßen stellen somit ein tödliches Hindernis für Igel dar, welche ihre Lebensräume durchschneiden. In Siedlungsräumen tragen überdies Zäune oder Mauern dazu bei, dass Igel sich nicht mehr uneingeschränkt bewegen können. Dadurch entstehen isolierte Populationen, was die Überlebensfähigkeit dieser Tierart langfristig gefährdet, da der genetische Austausch nur noch eingeschränkt möglich ist.
Die zunehmende Verbreitung des Europäischen Dachses (Meles meles) scheint auch mit dem Rückgang des Igels in Verbindung zu stehen, obwohl noch nicht abschließend geklärt ist, in welcher Beziehung diese Tierarten zueinander stehen. Auf der einen Seite wird die Prädation des Dachses, also die Jagd von Dachsen auf Igel, als Grund vermutet, welche eine "Landschaft der Angst" für die Tiere schafft und diese von ökologisch wichtigen Gegenden fernhält, auf der anderen Seite konkurrieren beide Tierarten um Nahrung.
Umwelttipps
- Lassen Sie Laub- und Reisighaufen in Ihrem Garten liegen, denn sie dienen Igeln als Unterschlupf und Überwinterungsmöglichkeit.
- Verzichten Sie auf den Einsatz von Pestiziden, da diese das Nahrungsangebot für Igel reduzieren und ihnen direkt schaden können.
- Decken Sie Kellerschächte und Lichtschächte mit Gittern ab, damit Igel nicht hineinfallen und gefangen bleiben.
- Lassen Sie kleine Öffnungen von etwa 10 x 10 cm in Zäunen frei, sodass Igel problemlos zwischen Gärten wandern können.
- Überprüfen Sie vor dem Mähen oder Umgraben die Flächen, um sicherzugehen, dass sich keine Igel dort verstecken.
- Stellen Sie spezielles Igelfutter oder ungewürztes Katzenfutter bereit, falls natürliche Nahrung knapp ist.
- Holen Sie fachkundige Hilfe, wenn Sie einen kranken oder verletzten Igel finden, anstatt ihn selbst zu versorgen.
Igel sind wertvolle Gartenbewohner, doch ihr Lebensraum schrumpft. Mit naturnahen Gärten, Hecken und igelfreundlichen Unterschlüpfen können sie ihn aktiv schützen.
Videodienste für die Dauer des Besuches erlaubenVideodienste erlaubenVideodienste nicht weiter zulassen Hecken als Klimaschützer und wertvolle Lebensräume
Hintergrundinformationen
Als Hecke werden jene Gewächse bezeichnet, die mit 2-15m Breite zwischen Wiesen und Ackerflächen zu finden sind. Obwohl sie ursprünglich gepflanzt wurden, um Wild- und Nutztiere von landwirtschaftlich genutzten Flächen fernzuhalten, haben sie sich zu einem wichtigen Bestandteil der Ökosysteme entwickelt. Hecken sind allerdings seit der Ausdehnung der industriellen Landwirtschaft vielen Bäuerinnen und Bauern ein Dorn im Auge, da sie lange als für den landwirtschaftlichen Betrieb störend empfunden wurden.
Erst in den letzten Jahren ist zunehmend klar geworden, welch tragende Rolle Hecken für den Umwelt- und Klimaschutz spielen. In Deutschland, zum Beispiel, wurden mehr als 7,000 heimische Tierarten in Hecken nachgewiesen - also fast 15%. Neben einer Vielzahl von Vögeln wie Schwanzmeisen oder Grasmücken, die oftmals in Hecken nisten, finden sich Amphibien wie Erdkröten, Säugetiere wie der Rotfuchs oder der Feldhase oder Insekten wie Blattschneiderbienen oder der Schneeballblattkäfer in Hecken wieder.
Neben ihrer ökologischen Funktion spielen Hecken auch eine wichtige Rolle für den Klimaschutz. Neben ihrer ökologischen Funktion spielen Hecken auch eine wichtige Rolle für den Klimaschutz. Eine Studie aus dem Jahr 2021 fand heraus, dass Hecken den Boden dabei unterstützen, mehr Kohlenstoff zu speichern – im Schnitt sogar 32 % mehr als Ackerflächen ohne Hecken. Darüber hinaus binden Hecken große Mengen Kohlenstoff in ihrem Holz und ihren Blättern, im Durchschnitt etwa 47 Tonnen pro Hektar. Das bedeutet, dass Hecken nicht nur Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen bieten, sondern auch helfen, das Klima zu schützen, indem sie CO₂ aus der Luft aufnehmen und speichern. Je mehr Hecken es gibt, desto größer ist dieser positive Effekt.
Umwelttipps
- Pflanzen Sie heimische Sträucher wie Weißdorn oder Holunder, um Vögeln und Insekten Nahrung und Lebensraum zu bieten.
- Pflanzen Sie die Hecke als freiwachsende Naturhecke und verzichten Sie auf regelmäßigen Rückschnitt, um die Artenvielfalt zu fördern.
- Pflanzen Sie Sträucher im Herbst, damit sie gut anwurzeln und im Frühjahr kräftig austreiben können.
- Pflanzen Sie Ihre Hecke mit einem ein- bis zweimeterbreiten Staudensaum davor, um zusätzlichen Lebensraum für Insekten und Vögel zu schaffen.
- Pflanzen Sie Hecken so, dass anfallendes Schnittgut als Reisighaufen darin bleiben kann – das schafft Unterschlupf für Kleintiere wie Igel und Wiesel.
- Pflanzen Sie mit Rücksicht auf die Natur und verzichten Sie während der Brutzeit von März bis Juli auf Rückschnitte, um Vögel nicht zu stören
Hecken sind grüne Multitalente, die CO₂ speichern, den Boden schützen, Lebensraum für Tiere bieten und das Mikroklima verbessern.
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